Hintergrund
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05.06.2020
Senat soll Strandbad Tegel unverzüglich für die Berliner öffnen
Seit vier Jahren stehen die Menschen im Sommer vor dem Strandbad Tegel in Reinickendorf vor verschlossenen Türen. Mit dem Ende der Badesaison 2016 beendete der Berliner Senat auch die lange Geschichte des traditionsreichen Strandbads. Die Abschaffung der Buslinie, jahrelanger Investitionsstau und die Verfüllung der Abwasserrohre mit Beton besiegelten vorerst das Schicksal des Bades. Erst im September 2018, zwei Jahre nach der Schließung, startete die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) im Auftrag der Bäder-Betriebe (BBB) ein Interessenbekundungsverfahren. Am 22. Februar 2019 sollte eine Entscheidung von BIM und BBB zum weiteren Vorgehen fallen. Erst am 11. September 2019 wurde das Konzeptverfahren gestartet. Eine Vergabe sollte im Januar 2020 erfolgen (AGH-Drs. 18/21360). Stand heute gibt es jedoch keine konkrete Entscheidung für die Zukunft, obwohl es einen gewillten Betreiber gibt. Dabei sind gerade jetzt, in Zeiten der Corona-Pandemie, die lokalen Naherholungsorte in Berlin wichtiger denn je.
Seit vier Jahren ist das Strandbad geschlossen. Tim Zeelen und Felix Schönebeck kämpfen weiter für die Öffnung.
Deshalb fordern der Reinickendorfer Abgeordnete Tim-Christopher Zeelen (CDU) und Felix Schönebeck vom Verein I love Tegel e.V. die unverzügliche Öffnung des Strandbads Tegel für die Berlinerinnen und Berliner. Vor allem für jene, die in diesem Jahr nicht verreisen können oder wollen.

„Viele können wegen der Corona-Pandemie in diesem Sommer nicht in den Urlaub fahren. Gerade jetzt sind Strandbäder eine Alternative für die Menschen in Berlin. Der Zeitplan zur Wiedereröffnung des Strandbads wird vom Senat immer weiter verzögert. Das Verfahren läuft eine gefühlte Ewigkeit ohne konkretes Ergebnis. Wir können jetzt ohne großen Aufwand und unabhängig von großen Investitionen das Strandbad Tegel öffnen und ein Naherholungsangebot reaktiveren. Wir fordern den Senat deshalb zur unverzüglichen Öffnung des Strandbads auf!“, so Zeelen.

Duschen, Umkleidekabinen und Gastronomie blieben ohnehin wegen der geltenden Hygieneregeln geschlossen, so Zeelen. Geht es nach ihm, sollen die Bäder-Betriebe notfalls Dritte mit der Öffnung beauftragen, sofern sie kein eigenes Personal haben.

Felix Schönebeck vom Verein I love Tegel e.V. unterstützt die Forderung: „Wir haben vor zwei Jahren gezeigt, dass eine kurzfristige Öffnung unkompliziert möglich wäre: Türen öffnen, mobile Toilettenanlagen aufstellen, Bademeister hinsetzen, fertig! Ohne Aufwand und Investitionen können die Menschen hier am sauberen Strand liegen und unter Aufsicht eines Bademeisters schwimmen. Die Öffnung des Strandbads würde verhindern, dass die freien Badestellen am Tegeler See zu voll werden. Das Strandbad-Areal ist groß genug, um den derzeit notwendigen Abstand zu gewährleisten.“

Schönebeck startete mit I love Tegel vor zwei Jahren selbst eine Initiative, das Strandbad Tegel zu betreiben. Dieser Versuch scheiterte letztlich am Verwaltungspingpong der Bäder-Betriebe. Einig war man sich jedoch, dass das Aufstellen von mobilen WCs und eine temporäre Öffnung grundsätzlich möglich sei.

Zeelen wendet sich in einem Schreiben an den Innen- und Sportsenator Andreas Geisel (SPD) und fordert ihn zur kurzfristigen Wiedereröffnung auf. Ob die Berliner und Reinickendorfer in diesem Sommer weiter vor verschlossener Tür stehen werden, muss nun der Senat entscheiden.