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04.12.2018
Telemedizin voranbringen – Senat muss Anreize für die Videosprechstunde schaffen

„Seit anderthalb Jahren besteht die Möglichkeit der Videosprechstunde für Berliner Ärzte. Bisher wurden dazu lediglich drei Genehmigungen durch die Kassenärztliche Vereinigung Berlin erteilt. Tatsächlich stattgefunden hat bisher keine einzige.

Bereits vor einem Jahr erklärte der Senat die Notwendigkeit des Ausbaus der Telemedizin und kündigte an, telemedizinische Verfahren wie die Videosprechstunde zügig auf den Weg in die Regelversorgung bringen zu wollen. Wie er dies allerdings schaffen will, ist fraglich. Auf die Frage, welche Anreize er für Video-Sprechstunden schafft, muss er zugeben, dass er es noch gar nicht versucht hat.

In vielen anderen Ländern wie den USA, England oder auch der Schweiz gehört die Videosprechstunde bereits zum Alltag. Die Schweiz, deren Gesundheitsversorgung oft als vorbildlich bezeichnet wird, hat damit bereits gute Erfahrungen gemacht. Laut des DAK-Digitalisierungsreports 2018 sprachen sich auch in Deutschland rund 80 Prozent der befragten Mediziner für den Ausbau von E-Health-Angeboten wie der Videosprechstunde aus.

 

Die Telemedizin bietet hervorragende Möglichkeiten, die Versorgung im Gesundheitssektor voranzubringen. Natürlich sollen Videosprechstunden die traditionellen Behandlungsmethoden nicht ersetzen, aber auf sinnvolle Weise ergänzen. Der Senat steht in der Pflicht, den Einstieg in diesen bisher unbekannten Markt zu erleichtern.“

 

Tim-Christopher Zeelen ist gesundheitspolitischer Sprecher und stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin.

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