Hintergrund
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16.10.2018
Aus Fehlern nichts gelernt
Nach Pharmaskandal sorgt Senatorin Kolat nicht für genügend Stellen zur Arzneimittel-Kontrolle
Tim-Christopher Zeelen, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion Berlin, erklärt:

„Auch drei Monate nach Bekanntwerden des Pharmaskandals um illegale Geschäfte mit Arzneimitteln lässt es Berlins Gesundheitssenatorin Kolat zu, dass es für die Überwachung der Herstellung von Medikamenten und von Apotheken am Landesamt für Gesundheit (LasGeSo) weiterhin zu wenige Stellen gibt. Es besteht somit die Gefahr, dass sich ein Medikamentenskandal wie in Brandenburg mangels Kontrolle jederzeit wiederholen könnte. Nach bisherigem Stand sind davon 277 Patienten in Berlin betroffen.
Auf Nachfrage räumt die Gesundheitsverwaltung jetzt ein, dass die derzeit 18,5 Stellen nicht ausreichend seien. Als tatsächlichen Bedarf gibt sie 33 Stellen an. Umso fragwürdiger ist, wenn diese Zahl auch nach der für 2020/21 geplanten Anpassung mit dann 29,5 Stellen nicht erreicht wird. Hier muss unverzüglich nachgesteuert werden.

Bedenklich erscheint auch die Entwicklung des Krankenstandes. So stieg die Zahl der Krankentage bei Apothekern im LaGeSo von 71 im Jahr 2015 auf 259 bis September dieses Jahres. Zudem mussten mangels Fachkräfte turnusmäßige Inspektionen in Pharmabetrieben und bei Händlern verschoben werden.

Ich frage mich, ob Senatorin Kolat ihren Laden noch im Griff hat. Nach dem unglaublichen Ärger, der in Brandenburg zum Rücktritt der Gesundheitsministerin geführt hat, hätte ich mehr Sensibilität von ihr erwartet.“
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